Säben

der Heilige Berg Tirols

Bischofsitz​

Bereits im 6. Jahrhundert erhob sich Säben zu einem bedeutenden Bischofssitz. In dieser Zeit entstand die Kirche im Weinberg, ein beeindruckendes Gotteshaus mit einer Länge von 27,4 Metern und einer Breite von 13,7 Metern. Der Altar war gen Osten ausgerichtet, und ein Chorschranken trennte Laien von Klerikern. Um 600 nach Christus wurde im Bereich der heutigen Kreuzkirche ein weiteres Gotteshaus errichtet, das als Taufkirche diente. Das Taufbecken dieser frühen Kirche wurde später in die Sakristei der Heilig-Kreuz-Kirche überführt und zeugt von der tief verwurzelten christlichen Tradition dieses Ortes.
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Bischöfliche Burg​

Mit der Verlegung des Bischofssitzes nach Brixen im Jahr 975 unter Bischof Richbert wandelte sich die Funktion Säbens. Der Felsen wurde zum „monasterium“, wie eine Urkunde von 1028 belegt. Kaiser Konrad II. schenkte dem Marienkloster die Klause und die Zölle bei Klausen, wodurch Säben an Bedeutung gewann. Es entwickelte sich zur bischöflichen Hauptburg und diente dem Bischof in Krisenzeiten als wichtigste Trutzburg. Im 11. und 13. Jahrhundert wurde die Anlage erweitert, unter anderem durch Wehrbauten und einen Palastbau. Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde neu errichtet, und ein Burggraf übernahm die Verwaltung und Verteidigung der Burg. Erstmals wurde ein solcher im Jahr 1075 urkundlich erwähnt.

Benediktinerinnenkloster

Im Jahr 1685 begann eine neue Ära auf dem Säbener Berg, als Benediktinerinnen aus dem Salzburger Stift Nonnberg das verlassene Kloster bezogen und ein kontemplatives Klosterleben etablierten. 1699 wurde das Kloster zur Abtei erhoben, und Maria Agnes Zeillerin wurde zur ersten Äbtissin gewählt. Über mehr als drei Jahrhunderte prägten die Nonnen durch Gebet und Arbeit diesen Ort. Sie lebten in strenger Klausur, widmeten sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmerten sich aber auch um Pilger und nahmen im Sommer Gäste im Gästehaus auf. Im November 2021 verließen die letzten Schwestern das Kloster aufgrund von Nachwuchsmangel, womit eine bedeutende Ära des klösterlichen Lebens endete
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Pilgerseelsorge​

Nach dem Weggang der Benediktinerinnen stand das Kloster zwei Jahre leer. Im Jahr 2024 übernahm die Zisterzienserabtei Heiligenkreuz die Pilgerseelsorge auf dem ehemaligen Klostergelände. Ziel ist es, den „Heiligen Berg Tirols“ zu einem geistlichen Zentrum für die Region zu entwickeln und ihn als Ort des Gebets erfahrbar zu machen. Die Kirchen sind für Gläubige und Besucher zugänglich, und die Mönche setzen die jahrhundertealte Tradition der Spiritualität und Gastfreundschaft auf dem Säbener Berg fort.